| Vorgeschichte |
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Das Gebiet der heutigen Gemeinde Adlkofen war vor 200 Jahren noch stark zersplittert. Deutenkofen, Göttlkofen, Günzkofen und Stallwang waren Hofmarken, ab 1808 Patrimonialgerichte genannt, deren Einwohner keiner staatlichen Behörde unmittelbar unterstanden.
Wann die Günzkofner und die Göttlkofner dieser staatsbürgerlichen Pflicht genügten, ist nicht bekannt. Damals gab es auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Adlkofen 297 landwirtschaftliche Anwesen verschiedener Größe. Einige Häusler und Söldner konnten ihren Lebensunterhalt durch ein Handwerk oder eine Krämerei aufbessern. Nur 29 Familien besaßen Privateigentum an Grund und Boden. Die größten freien Bauern waren der Kessler von Reichlkofen, die Kinibauer von Untermusbach, der Unterkühbuchner, der Bartl von Obermusbach, der Kögl von Oberpettenbach und der Harbecker von Sittlkofen.
Einen gewissen Vorteil hatten die 18 Bauern, denen der Herzog, später der Kurfürst und nach 1806 der König ihre Höfe als Beutellehen verliehen hatte. Sie mussten keine laufenden Abgaben entrichten, sondern nur, wenn der Landesfürst starb, was man den Fürstenfall nannte, oder wenn der sog. Mannfall eintrat, d.h. beim Tod des Bauern. Auch der Graf von Preysing vergab hier gelegentlich Beutellehen, z.B. in Wölflkofen, allerdings nur bis 1808. Die 268 sog. gebundenen Anwesen verteilten sich auf 64 Obereigentümer, darunter 23 adelige, 19 geistliche und 4 bürgerliche. Der Kurfürst bzw. König besaß 18 Höfe. Zu den adeligen Hofmarken Deutenkofen gehörten 36, zu Göttlkofen 26 und zu Günzkofen 20 Anwesen. Der zweitgrößte Grundherr war aber bis 1848 der Pfarrer von Adlkofen, denn er war der Obereigentümer von 31 Anwesen, auch wenn 8 davon der Filiale Frauenberg, 6 der Filiale Günzkofen, ein Hof der Kirche Harskirchen und einer der Sebastianibruderschaft gehörten. Der Pfarrer verwaltete sie alle. Der Pfarrer von Reichlkofen verfügte dagegen nur über zwei Sölden, nämlich den Wenter von Wollkofen und den Josen von Reichlkofen, dessen Eigentümer allerdings die Allerseelenbruderschaft war. Besser war der Benefiziat von Jenkofen ausgestattet, dessen Benefizium 11 Anwesen umfasste.
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